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Vom PDF oder Papierplan zum Modell
Nicht jedes Projekt wird mit CAD-Dateien geliefert. Auch aus einem PDF oder einem Papierplan lässt sich ein Modell aufbauen, das erfordert jedoch zusätzliche Informationen und zusätzliche Kontrolle. Wie das funktioniert, wo die Grenzen liegen und was Sie selbst am besten prüfen.


Warum CAD bevorzugt wird
Eine DWG- oder DXF-Datei enthält die Zeichnung so, wie der Planer sie erstellt hat: Linien mit echten Koordinaten, oft im richtigen System und manchmal bereits mit Höhen. Ein PDF ist im Grunde ein Ausdruck. Auch wenn die Linien scharf aussehen, ist der Bezug zu den Koordinaten verloren, und Höhen sind nur noch als Text vorhanden.
Fragen Sie daher zuerst beim Planer oder Ingenieurbüro nach, ob die digitalen Dateien verfügbar sind. Das spart Zeit und ergibt ein genaueres Modell. Gelingt das nicht, ist ein PDF dennoch verwendbar.
Maßstab und Bemaßung
Ein Plan auf Papier oder als PDF stimmt nur in dem Maßstab, in dem er gezeichnet wurde. Beim Drucken, Kopieren oder Scannen kann sich dieser Maßstab leicht verschieben, und nicht immer in beiden Richtungen gleich stark. Ein angegebener Maßstab wie 1:200 ist daher ein Ausgangspunkt, keine Garantie.
Der Plan wird anhand bekannter Maße maßstäblich eingepasst: einer Maßkette, eines Koordinatengitters, des Abstands zwischen zwei Punkten mit bekannten Koordinaten. Je mehr solcher Referenzen über das Blatt verteilt sind, desto besser lässt sich eine Maßstabsabweichung erkennen und korrigieren.
Welche Informationen helfen
Da ein PDF weniger Informationen trägt als eine CAD-Datei, sind ergänzende Angaben umso wichtiger:
- Höhenangaben und Höhenpunkte im Lageplan;
- Längs- und Querprofile, mit Stationierung oder Abständen;
- Festpunkte oder Polygonpunkte mit Koordinaten und Höhe;
- ein Koordinatengitter auf dem Plan;
- das Koordinatensystem und der Höhenbezug, in dem das Projekt gezeichnet ist.
Wie das Modell aufgebaut wird
Zuerst wird der Plan georeferenziert: anhand der Festpunkte oder des Gitters maßstäblich eingepasst und an die richtige Stelle im Koordinatensystem gelegt. Danach werden die relevanten Linien nachgezeichnet (digitalisiert): Achsen, Kanten, Bordsteine, Böschungen.
Diese Linien erhalten anschließend ihre Höhe aus den Höhenangaben und den Profilen. Zum Schluss wird das Ergebnis mit den Maßen und Höhen im Plan abgeglichen. Wo ein gemessener Abstand oder eine Höhe nicht mit dem Plan übereinstimmt, wird dies gemeldet, statt stillschweigend angepasst.
Grenzen und was Sie selbst prüfen
Die Genauigkeit eines Modells aus einem PDF hängt von der Qualität des Dokuments, der Linienstärke, dem Maßstab und der Anzahl zuverlässiger Referenzen ab. Der Scan eines zerknitterten oder mehrfach kopierten Plans ist am ungenauesten. Höhen sind meist zuverlässiger als die Lage, weil sie als Zahl auf dem Plan stehen.
Prüfen Sie das Modell daher vor dem Start besonders sorgfältig: an mehreren bekannten Punkten, sowohl in der Lage als auch in der Höhe, und möglichst über die gesamte Baustelle verteilt. Im Zweifel über ein Maß gilt der Plan des Planers, nicht das Modell.