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Erdbau und Massen
Ein Planungsmodell steuert nicht nur die Maschine, es hilft auch, den Erdbau zu verstehen: wo abgetragen, wo aufgefüllt wird und wie viel. Was eine solche Massenberechnung aussagt und was nicht.


Zwei Oberflächen vergleichen
Ein Volumen entsteht durch den Vergleich zweier Oberflächen: des bestehenden Geländes, wie es aufgenommen wurde, und der Planungsoberfläche. An jeder Stelle wird der Höhenunterschied zwischen beiden bestimmt und über den gesamten Arbeitsbereich aufsummiert.
Liegt das bestehende Gelände höher als die Planung, muss Boden weg: das ist Abtrag. Liegt es tiefer, muss Boden hinzu: das ist Auftrag. Eine Karte mit beiden Zonen in Farbe zeigt auf einen Blick, wo die Schwerpunkte der Arbeiten liegen.
Massenbilanz
Die Massenbilanz stellt das gesamte Abtragsvolumen dem gesamten Auftragsvolumen gegenüber. Gibt es mehr Abtrag als Auftrag, bleibt Boden übrig, der abgefahren werden muss. Gibt es mehr Auftrag, muss Material angeliefert werden.
Dabei spielt mit, dass Boden sein Volumen verändert. Gelöster Boden nimmt mehr Raum ein als im gewachsenen Zustand (Auflockerung), verdichteter Boden weniger. Zudem ist nicht jeder Aushub zur Wiederverwendung geeignet. Eine geometrische Bilanz ist daher ein Ausgangspunkt für die Planung von Transport und Material, nicht die endgültige Antwort.
Schichten und warum die Dicke zählt
Unter einer Befestigung liegen meist mehrere Schichten, etwa eine Frostschutzschicht und eine Tragschicht. Jede Schicht hat eine planmäßige Dicke. Wird bis zur Fertighöhe statt bis zur Unterkante des Aufbaus gerechnet, wird der Abtrag unterschätzt.
Deshalb werden die Schichten am besten als separate Oberflächen modelliert. So lässt sich das Abtragsvolumen bis zum Planum bestimmen und für jede Schicht die benötigte Materialmenge. Ein Unterschied von wenigen Zentimetern in der Schichtdicke wirkt klein, summiert sich auf einer großen Fläche aber schnell.
Richtwert, keine Garantie
Ein Volumen ist nie genauer als die Oberflächen, aus denen es berechnet wurde. Eine Aufnahme mit wenigen Punkten, eine veraltete Aufnahme oder ein seither verändertes Gelände ergibt ein Volumen, das von der Wirklichkeit abweicht. Auch Bewuchs, Zwischenlager oder Wasser zum Zeitpunkt der Aufnahme beeinflussen das Ergebnis.
Volumen aus dem Modell sind daher ein Nebenprodukt der Modellierung und haben Richtwertcharakter. Sie helfen beim Schätzen und Planen, sind aber keine garantierten Mengen für Abrechnung oder Aufmaß. Für vertragliche Mengen bleiben die Aufnahme durch einen Vermesser und die Vereinbarungen im Leistungsverzeichnis maßgebend.